Was ist ADHS bei Erwachsenen?
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist eine Störung, die durch Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität gekennzeichnet ist, im Kindesalter beginnt und in vielen Fällen bis ins Erwachsenenalter fortbesteht.
Weltweit sind Schätzungen zufolge rund 2,5 bis 3 Prozent der Erwachsenen von ADHS betroffen. Im Erwachsenenalter zeigt sich die Hyperaktivität oft nicht mehr äußerlich, sondern als innere Unruhe; Unaufmerksamkeit und Impulsivität bleiben dagegen häufig bestehen.
Für die Diagnose im Erwachsenenalter müssen die Symptome bereits in der Kindheit vorhanden gewesen sein, in mehreren Lebensbereichen auftreten und den Alltag deutlich beeinträchtigen. Viele Betroffene erhalten die Diagnose erst spät, oft nach Jahren voller Selbstzweifel und Missverständnisse.
Quellen: NICE Guideline NG87: ADHD diagnosis and management (2019) S3-Leitlinie ADHS, Konsultationsfassung V2.0 (2026) ADHS-Infoportal des zentralen adhs-netzes
Anzeichen von ADHS im Erwachsenenalter
ADHS zeigt sich im Erwachsenenalter oft anders als bei Kindern, leiser und leichter zu übersehen. Die folgenden Anzeichen dienen der ersten Orientierung; sie ersetzen keine sorgfältige Diagnostik. Ob tatsächlich eine ADHS vorliegt, lässt sich nur durch eine umfassende diagnostische Abklärung feststellen, die ich in meiner Praxis ebenfalls anbiete.
Konzentrationsprobleme
Sie wollen bei der Sache bleiben und sind nach zwei Minuten woanders, erst recht, wenn es langweilig wird.Aufschieben
Wichtiges bleibt liegen, bis der Druck riesig ist. Dann machen Sie in einer Nacht, wozu Wochen Zeit war.Innere Unruhe
Außen sitzen Sie still, innen läuft der Motor auf Hochtouren. Nichtstun ist kaum auszuhalten.Impulsivität
Sie platzen mit Worten heraus oder kaufen spontan und ärgern sich Sekunden später darüber.Chaos & Vergesslichkeit
Schlüssel, Termine, das abgestellte Paket vergessen: Organisation kostet Sie das Vielfache an Kraft.Ungeduld
Schlangen, Wartezimmer, langsame Meetings, alles in Ihnen drängt: Los jetzt, weiter.Stimmungsschwankungen
Ihre Stimmung kippt in Minuten: eben noch Feuer und Flamme, dann Frust über eine Kleinigkeit.Erschöpfung
Das ständige Gegensteuern zehrt. Abends sind Sie leer, ohne genau sagen zu können, wovon.Wenden Sie sich in akuten Krisen bitte an die Telefonseelsorge (0800 111 0 111), kostenlos und anonym, rund um die Uhr, oder den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst (116117), in akuten Notfällen an den Notruf (112). Ein Gespräch bei mir ersetzt kein psychiatrisches Notfallsetting.
Wie läuft eine Therapie bei ADHS ab?
Ich arbeite evidenzbasiert nach den aktuellen psychotherapeutischen Leitlinien. Die Sitzungen finden vor Ort in Hamburg oder online per Video bundesweit statt, in der Regel einmal pro Woche (50 Minuten).
Kostenloses Kennenlerngespräch
Sie buchen über das Buchungstool auf meiner Website einen Termin für ein Kennenlerngespräch. In diesem kostenlosen, ca. 10-minütigen Telefonat klären wir dann gemeinsam Ihr Anliegen, offene Fragen und das weitere Vorgehen.
Erstgespräch
Passt es für uns beide, vereinbaren wir das eigentliche Erstgespräch. Jetzt nehmen wir uns Zeit: Sie erzählen, was Sie bewegt und was Sie sich von einer Therapie erhoffen. Es gibt keine falschen Antworten und keinen Druck. In der Regel nehmen wir uns dafür bis zu drei Sitzungen. Auch die Frage, ob sich die Zusammenarbeit stimmig anfühlt, gehört hierher.
Probatorik, Diagnostik & Therapieziele
In bis zu vier probatorischen Sitzungen geht es darum, Ihr Anliegen wirklich zu verstehen: Ihre aktuelle Situation, den Hintergrund, Ihre Lebensgeschichte. Ergänzend setze ich testdiagnostische Verfahren ein. Gemeinsam klären wir, ob und in welcher Form eine Therapie sinnvoll ist und welche Ziele Sie sich wünschen.
Therapiephase
Jetzt beginnt die eigentliche therapeutische Arbeit, individuell auf Sie abgestimmt. Sie gewinnen Klarheit über Zusammenhänge und Muster, lernen neue Strategien kennen und entwickeln Schritt für Schritt einen anderen Umgang mit sich selbst, Ihrem Problem und Ihrem Alltag. Bei ADHS gehört dazu zum Beispiel der Aufbau alltagstauglicher Strukturen und Routinen sowie der Umgang mit Aufschieben und innerer Unruhe. Bei einer ausgeprägteren ADHS-Symptomatik sieht die Leitlinie zudem eine Indikation für eine medikamentöse Behandlung, welche über Psychiater und Psychiaterinnen verordnet wird.
Stabilisierung & Abschluss
Eine Therapie endet nicht abrupt. In den letzten Sitzungen blicken wir zurück: Was hat sich verändert? Was haben Sie über sich gelernt? Welche Werkzeuge nehmen Sie mit? Wir besprechen, wie Sie das Erreichte im Alltag verankern und künftigen Herausforderungen begegnen, auch um Rückfällen vorzubeugen.
Sophia von Krauß
- M.Sc. Psychologin mit den Schwerpunkten Klinische Psychologie, Neuropsychologie und Wirtschaftspsychologie
- Approbierte Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie)
- Eingetragen im Arztregister der KV Hamburg
- Mehrjährige klinische Erfahrung in der psychotherapeutischen Arbeit im ambulanten, teilstationären und vollstationären Setting
Abrechnung & Kosten
Die Therapie wird nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP) abgerechnet. Je nach Versicherungsstatus gibt es verschiedene Abrechnungswege.
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Privatversicherung (PKV)
Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten einer Psychotherapie je nach Tarif ganz oder anteilig. Den Umfang klären Sie am besten vorab mit Ihrer Versicherung.
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Beihilfe
Beamtinnen und Beamte rechnen über die Beihilfe ab, ergänzt durch die private Restkostenversicherung. Die Vorgaben klären Sie am besten vorab mit der Beihilfe ab.
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Heilfürsorge
Angehörige von Polizei, Bundeswehr und Feuerwehr können Psychotherapie über die Heilfürsorge abrechnen. Besprechen Sie die Vorgaben hierfür bitte mit der Heilfürsorge.
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Kostenerstattung der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV)
Gesetzlich Versicherte können die Kostenerstattung nach §13 Abs. 3 SGB V beantragen, wenn zeitnah kein Platz in einer Kassenpraxis verfügbar ist. Wichtig: Alle Termine vor der Genehmigung müssen als Selbstzahler gezahlt werden, eine rückwirkende Übernahme ist nicht möglich.
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Selbstzahler
Sie können die Therapie unabhängig von Ihrer Versicherung selbst zahlen, transparent nach GOP, ohne Antrag und ohne Meldung an Ihre Krankenkasse.
Struktur, die zu Ihrem Kopf passt
Wenn Sie sich in vielem wiedererkennen, lohnt sich ein Gespräch. Im Kennenlerngespräch klären wir in Ruhe, ob Diagnostik oder Therapie bei mir zu Ihnen passen, in Hamburg oder online.
Häufige Fragen zu ADHS bei Erwachsenen
Woran erkenne ich ADHS im Erwachsenenalter?
ADHS im Erwachsenenalter erkennen Sie an anhaltenden Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit, Organisation und Impulskontrolle, die sich durch viele Lebensbereiche ziehen: Beruf, Beziehungen, Alltag. Die äußere Unruhe aus der Kindheit zeigt sich bei Erwachsenen oft als innere Unruhe und Getriebensein. Wichtig für die Diagnose ist, dass die Symptome nicht neu sind, sondern rückblickend schon in der Kindheit bestanden und dass sie den Alltag deutlich beeinträchtigen. Da Konzentrationsprobleme auch bei anderen Erkrankungen wie Depressionen oder Schlafstörungen auftreten, ist eine umfassende diagnostische Abklärung entscheidend. Diese biete ich in meiner Praxis an; im Kennenlerngespräch besprechen wir, ob diese für Sie sinnvoll ist.
Hilft Psychotherapie bei ADHS im Erwachsenenalter?
Psychotherapie ist bei ADHS im Erwachsenenalter ein möglicher Baustein der leitliniengerechten Behandlung: Die Leitlinien empfehlen ein multimodales Vorgehen, in dem eine medikamentöse Behandlung und eine Verhaltenstherapie sich ergänzen. In der Verhaltenstherapie arbeiten wir an dem, was Ihnen im Alltag am meisten Kraft kostet: alltagstaugliche Strukturen und Routinen aufzubauen, das Aufschieben zu durchbrechen, mit innerer Unruhe und Stimmungsschwankungen umzugehen und oft auch das Selbstbild zu verbessern. Ob eine medikamentöse Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären Sie mit einer Fachärztin oder einem Facharzt.
Wie lange dauert eine Therapie bei ADHS?
Wie lange eine Therapie bei ADHS dauert, ist sehr individuell: Die Dauer hängt von Ihrem Anliegen, dem Schweregrad und dem Verlauf ab. Zur groben Orientierung: Eine Kurzzeittherapie umfasst in der Regel 12 bis 24 Sitzungen, eine Langzeittherapie kann 60 Sitzungen und mehr umfassen. Die Sitzungen finden meist einmal pro Woche statt und dauern 50 Minuten.
Was kostet eine Therapie bei ADHS?
Die Kosten einer Therapie bei ADHS richten sich nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP), der bundesweit einheitlichen Grundlage für privat abgerechnete Psychotherapie. Ob und in welchem Umfang Sie die Kosten selbst tragen, hängt von Ihrem Versicherungsstatus ab: Private Krankenversicherungen und Beihilfe übernehmen die Kosten je nach Tarif ganz oder anteilig, Heilfürsorgeberechtigte rechnen über ihre Dienststelle ab und gesetzlich Versicherte können unter bestimmten Voraussetzungen die Kostenerstattung nach §13 Abs. 3 SGB V beantragen. Es ist wichtig zu wissen, dass alle Termine vor der Genehmigung als Selbstzahler gezahlt werden müssen und eine rückwirkende Übernahme nicht möglich ist. Als Selbstzahler erhalten Sie eine transparente Rechnung nach GOP. Welche Kosten in Ihrem Fall konkret entstehen, bespreche ich mit Ihnen vor Beginn der Therapie.
Übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten der Therapie?
Als Privatpraxis rechne ich nicht direkt mit den gesetzlichen Krankenkassen ab, gesetzlich Versicherte können aber über das Kostenerstattungsverfahren nach §13 Abs. 3 SGB V eine Kostenübernahme beantragen. Es greift, wenn Sie nachweislich zeitnah keinen Therapieplatz in einer Kassenpraxis finden. Dafür dokumentieren Sie Ihre Platzsuche, lassen sich die Notwendigkeit der Behandlung bestätigen und stellen vor Therapiebeginn einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse. Die Entscheidung liegt bei der Kasse, eine Garantie gibt es nicht, viele Anträge sind aber erfolgreich, wenn die Unterlagen vollständig sind. Ich unterstütze Sie mit den nötigen Dokumenten und meiner Erfahrung aus früheren Anträgen.
Kann ich die Therapie bei ADHS auch online machen?
Ja, eine Therapie bei ADHS ist bei mir auch vollständig online per Video möglich, bundesweit und mit denselben Inhalten wie vor Ort in Hamburg. Videobasierte Psychotherapie ist inzwischen gut untersucht und kann eine sinnvolle Alternative sein, wenn der Weg in die Praxis zu weit ist, Sie beruflich stark eingebunden sind oder es Ihnen gerade schwerfällt, das Haus zu verlassen. Manche Menschen bevorzugen dennoch das persönliche Gespräch vor Ort, beides lässt sich auch kombinieren, etwa das Erstgespräch in der Praxis und die laufenden Sitzungen online. Technisch brauchen Sie nur ein Gerät mit Kamera, eine stabile Internetverbindung und einen ungestörten Raum. Ich nutze einen datenschutzkonformen Videodienst.
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