Was ist eine Panikstörung?
Die Panikstörung ist eine psychische Erkrankung, bei der wiederholt unerwartete Panikattacken auftreten: plötzliche Angstanfälle mit heftigen körperlichen Reaktionen wie Herzrasen, Atemnot und Schwindel, die innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt erreichen.
Innerhalb eines Jahres sind in Deutschland rund 2 Prozent der Erwachsenen von einer Panikstörung betroffen. Typisch ist, dass die erste Attacke wie aus heiterem Himmel kommt, ohne erkennbaren Auslöser. Weil sich die Beschwerden so stark körperlich anfühlen, führt der Weg viele Betroffene zunächst in die Hausarztpraxis oder Notaufnahme, bevor die Angst als eigentliche Ursache erkannt wird.
Eine Panikstörung entsteht meist aus dem Zusammenspiel von Veranlagung, belastenden Lebensumständen und der Art, wie körperliche Signale gedeutet werden. Im Zentrum steht der Teufelskreis der Angst, sodass mit der Zeit häufig eine Angst vor der nächsten Attacke entsteht und eine Anspannung, die auch zwischen den Attacken bestehen bleibt.
Quellen: S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen (2021) NICE Guideline CG113: Generalised anxiety disorder and panic disorder (2020) WFSBP Guidelines Anxiety Disorders, Version 3 (2023)
Anzeichen und Symptome einer Panikstörung
Eine Panikattacke fühlt sich oft an wie ein medizinischer Notfall. Umso wichtiger zu wissen: Panikattacken sind Ausdruck einer heftigen Angstreaktion und für sich genommen nicht gefährlich. Die folgenden Anzeichen dienen der ersten Orientierung; sie ersetzen keine sorgfältige psychotherapeutische oder psychiatrische Diagnostik und keine ärztliche Abklärung körperlicher Ursachen.
Plötzliche Angstanfälle
Aus dem Nichts schießt die Angst hoch und erreicht in Minuten ihren Höhepunkt. Danach sind Sie wie gerädert.Herzrasen & Brustenge
Das Herz hämmert bis zum Hals, die Brust wird eng, so heftig, dass Sie z.B. an einen Herzinfarkt denken.Atemnot
Die Luft wird knapp, egal wie tief Sie einatmen. Je mehr Sie dagegen ankämpfen, desto enger wird es.Schwindel & Zittern
Der Boden schwankt, die Knie werden weich, die Hände zittern. Sie fürchten, gleich umzukippen.Unwirklichkeitsgefühl
Plötzlich wirkt alles fremd, wie hinter Glas, als wären Sie nicht richtig da.Angst, die Kontrolle zu verlieren
Mitten im Anfall der Gedanke: Gleich drehe ich durch oder falle in Ohnmacht.Kribbeln & Taubheit
Mitten im Anfall kribbeln Hände und Lippen. Das Gesicht fühlt sich taub an, ganz plötzlich und ohne Vorwarnung.Angst vor der Angst
Kaum ist eine Attacke vorbei, kreist alles um die eine Frage: Wann kommt die nächste? Diese Sorge begleitet Sie durch den Tag.Wenden Sie sich in akuten Krisen bitte an die Telefonseelsorge (0800 111 0 111), kostenlos und anonym, rund um die Uhr, oder den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst (116117), in akuten Notfällen an den Notruf (112). Ein Gespräch bei mir ersetzt kein psychiatrisches Notfallsetting.
Wie läuft eine Therapie bei einer Panikstörung ab?
Ich arbeite evidenzbasiert nach den aktuellen psychotherapeutischen Leitlinien. Die Sitzungen finden vor Ort in Hamburg oder online per Video bundesweit statt, in der Regel einmal pro Woche (50 Minuten).
Kostenloses Kennenlerngespräch
Sie buchen über das Buchungstool auf meiner Website einen Termin für ein Kennenlerngespräch. In diesem kostenlosen, ca. 10-minütigen Telefonat klären wir dann gemeinsam Ihr Anliegen, offene Fragen und das weitere Vorgehen.
Erstgespräch
Passt es für uns beide, vereinbaren wir das eigentliche Erstgespräch. Jetzt nehmen wir uns Zeit: Sie erzählen, was Sie bewegt und was Sie sich von einer Therapie erhoffen. Es gibt keine falschen Antworten und keinen Druck. In der Regel nehmen wir uns dafür bis zu drei Sitzungen. Auch die Frage, ob sich die Zusammenarbeit stimmig anfühlt, gehört hierher.
Probatorik, Diagnostik & Therapieziele
In bis zu vier probatorischen Sitzungen geht es darum, Ihr Anliegen wirklich zu verstehen: Ihre aktuelle Situation, den Hintergrund, Ihre Lebensgeschichte. Ergänzend setze ich testdiagnostische Verfahren ein. Gemeinsam klären wir, ob und in welcher Form eine Therapie sinnvoll ist und welche Ziele Sie sich wünschen.
Therapiephase
Jetzt beginnt die eigentliche therapeutische Arbeit, individuell auf Sie abgestimmt. Sie gewinnen Klarheit über Zusammenhänge und Muster, lernen neue Strategien kennen und entwickeln Schritt für Schritt einen anderen Umgang mit sich selbst, Ihrem Problem und Ihrem Alltag. Bei einer Panikstörung gehört dazu z.B., den Teufelskreis der Angst zu verstehen und die gefürchteten Körperempfindungen Schritt für Schritt neu einzuordnen.
Stabilisierung & Abschluss
Eine Therapie endet nicht abrupt. In den letzten Sitzungen blicken wir zurück: Was hat sich verändert? Was haben Sie über sich gelernt? Welche Werkzeuge nehmen Sie mit? Wir besprechen, wie Sie das Erreichte im Alltag verankern und künftigen Herausforderungen begegnen, auch um Rückfällen vorzubeugen.
Sophia von Krauß
- M.Sc. Psychologin mit den Schwerpunkten Klinische Psychologie, Neuropsychologie und Wirtschaftspsychologie
- Approbierte Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie)
- Eingetragen im Arztregister der KV Hamburg
- Mehrjährige klinische Erfahrung in der psychotherapeutischen Arbeit im ambulanten, teilstationären und vollstationären Setting
Abrechnung & Kosten
Die Therapie wird nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP) abgerechnet. Je nach Versicherungsstatus gibt es verschiedene Abrechnungswege.
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Privatversicherung (PKV)
Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten einer Psychotherapie je nach Tarif ganz oder anteilig. Den Umfang klären Sie am besten vorab mit Ihrer Versicherung.
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Beihilfe
Beamtinnen und Beamte rechnen über die Beihilfe ab, ergänzt durch die private Restkostenversicherung. Die Vorgaben klären Sie am besten vorab mit der Beihilfe ab.
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Heilfürsorge
Angehörige von Polizei, Bundeswehr und Feuerwehr können Psychotherapie über die Heilfürsorge abrechnen. Besprechen Sie die Vorgaben hierfür bitte mit der Heilfürsorge.
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Kostenerstattung der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV)
Gesetzlich Versicherte können die Kostenerstattung nach §13 Abs. 3 SGB V beantragen, wenn zeitnah kein Platz in einer Kassenpraxis verfügbar ist. Wichtig: Alle Termine vor der Genehmigung müssen als Selbstzahler gezahlt werden, eine rückwirkende Übernahme ist nicht möglich.
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Selbstzahler
Sie können die Therapie unabhängig von Ihrer Versicherung selbst zahlen, transparent nach GOP, ohne Antrag und ohne Meldung an Ihre Krankenkasse.
Sie müssen der Angst nicht ausgeliefert sein
Wenn Panikattacken Ihren Alltag bestimmen, lohnt sich ein Gespräch. Im Kennenlerngespräch klären wir in Ruhe, ob eine Therapie bei mir zu Ihnen passt, in Hamburg oder online.
Häufige Fragen zur Panikstörung
Woran erkenne ich eine Panikstörung?
Eine Panikstörung erkennen Sie vor allem an wiederholten, unerwartet auftretenden Panikattacken: plötzlichen Angstanfällen mit Herzrasen, Atemnot, Schwindel oder Zittern, die innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt erreichen und meist nach kurzer Zeit wieder abklingen. Typisch ist auch die Angst vor der nächsten Attacke, eine Anspannung, die selbst in ruhigen Momenten bleibt. Weil sich die Symptome stark körperlich anfühlen, ist zunächst eine ärztliche Abklärung wichtig, um körperliche Ursachen auszuschließen. Ob tatsächlich eine Panikstörung vorliegt, lässt sich anschließend nur in einem sorgfältigen diagnostischen Gespräch feststellen.
Hilft Verhaltenstherapie bei Panikattacken?
Die Wirksamkeit von Psychotherapie bei einer Panikstörung ist wissenschaftlich gut untersucht: Die S3-Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen empfiehlt die kognitive Verhaltenstherapie als Psychotherapie der ersten Wahl. In der Therapie verstehen wir zunächst gemeinsam den Teufelskreis der Angst, also wie Körperempfindungen, Gedanken und Angst sich gegenseitig beeinflussen. Darauf aufbauend üben Sie schrittweise, die gefürchteten Körperempfindungen wieder zuzulassen, statt gegen sie anzukämpfen. Wie eine Therapie im Einzelfall verläuft, ist individuell verschieden und hängt unter anderem von Ausprägung, Dauer und Lebenssituation ab.
Wie lange dauert eine Therapie bei einer Panikstörung?
Wie lange eine Therapie bei einer Panikstörung dauert, ist sehr individuell: Die Dauer hängt von Ihrem Anliegen, dem Schweregrad und dem Verlauf ab. Zur groben Orientierung: Eine Kurzzeittherapie umfasst in der Regel 12 bis 24 Sitzungen, eine Langzeittherapie kann 60 Sitzungen und mehr umfassen. Die Sitzungen finden meist einmal pro Woche statt und dauern 50 Minuten.
Was kostet eine Therapie bei einer Panikstörung?
Die Kosten einer Therapie bei einer Panikstörung richten sich nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP), der bundesweit einheitlichen Grundlage für privat abgerechnete Psychotherapie. Ob und in welchem Umfang Sie die Kosten selbst tragen, hängt von Ihrem Versicherungsstatus ab: Private Krankenversicherungen und Beihilfe übernehmen die Kosten je nach Tarif ganz oder anteilig, Heilfürsorgeberechtigte rechnen über ihre Dienststelle ab und gesetzlich Versicherte können unter bestimmten Voraussetzungen die Kostenerstattung nach §13 Abs. 3 SGB V beantragen. Es ist wichtig zu wissen, dass alle Termine vor der Genehmigung als Selbstzahler gezahlt werden müssen und eine rückwirkende Übernahme nicht möglich ist. Als Selbstzahler erhalten Sie eine transparente Rechnung nach GOP. Welche Kosten in Ihrem Fall konkret entstehen, bespreche ich mit Ihnen vor Beginn der Therapie.
Übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten der Therapie?
Als Privatpraxis rechne ich nicht direkt mit den gesetzlichen Krankenkassen ab, gesetzlich Versicherte können aber über das Kostenerstattungsverfahren nach §13 Abs. 3 SGB V eine Kostenübernahme beantragen. Es greift, wenn Sie nachweislich zeitnah keinen Therapieplatz in einer Kassenpraxis finden. Dafür dokumentieren Sie Ihre Platzsuche, lassen sich die Notwendigkeit der Behandlung bestätigen und stellen vor Therapiebeginn einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse. Die Entscheidung liegt bei der Kasse, eine Garantie gibt es nicht, viele Anträge sind aber erfolgreich, wenn die Unterlagen vollständig sind. Ich unterstütze Sie mit den nötigen Dokumenten und meiner Erfahrung aus früheren Anträgen.
Kann ich die Therapie bei Panikattacken auch online machen?
Ja, eine Therapie bei Panikattacken ist bei mir auch vollständig online per Video möglich, bundesweit und mit denselben Inhalten wie vor Ort in Hamburg. Videobasierte Psychotherapie ist inzwischen gut untersucht und kann eine sinnvolle Alternative sein, wenn der Weg in die Praxis zu weit ist, Sie beruflich stark eingebunden sind oder es Ihnen gerade schwerfällt, das Haus zu verlassen. Manche Menschen bevorzugen dennoch das persönliche Gespräch vor Ort, beides lässt sich auch kombinieren, etwa das Erstgespräch in der Praxis und die laufenden Sitzungen online. Technisch brauchen Sie nur ein Gerät mit Kamera, eine stabile Internetverbindung und einen ungestörten Raum. Ich nutze einen datenschutzkonformen Videodienst.
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